Vor kurzem gingen bunte Bilder viral: Entwürfe für die neuen EURO-Geldscheine erschienen auf allen Plattformen. Selbst wir bei trainInstinct.® hatten kurz daran gedacht, auf den Zug aufzuspringen und ein eigenes Motiv zu posten. - Doch was für die meisten von uns ein eher harmloses Internetphänomen war, hat unseren Kollegen, Enter-Trainer und ehemaligen Schauspieler Uwe Heene zum Querdenken angeregt. Er kommt nach kurzer Analyse zu einem viel bedeutsameren Schluss...
Eigentlich ist es nicht der Rede wert, aber …
Dass die Ästhetik einer Sache für unsere visuelle Welt bedeutsam ist, stellt keine Überraschung dar.
Es ist ein Samstag als ich die ersten Geldscheine im Web erblicke und mitschmunzle.
Natürlich ist es wichtig, wie unsere Währung aussieht.
Natürlich ist es witzig, wenn die Internetgemeinde sich darüber hermacht.
Aber wieso diese Begeisterung für die Farben des Geldes?
Dann fällt mir der erste Hintergrund des Hypes auf: Er ist natürlich auch ein prima Vehikel für akutes Präsenzmarketing.
Viele Marken veröffentlichen ihre Version von Währung, um die Chance nicht zu verpassen, sich mit dem neuen Geld zu verknüpfen.
Eine frühe Verbindung zwischen Kapital und Konsum zu manifestieren.
Und bei den Beispielen einer bekannten Supermarktkette hat meine alte Philosophenseele plötzlich eine gewaltige Feige am Ohr:
Hier werden Geldwerte direkt einem Nutzen zugeschrieben! – Aber tun wir das mit unseren Budgets tatsächlich?
Schätze die glitzern, sind weder Ziel noch sinnvolle Investition
Es ist Sonntagabend, als mir klar wird: Unsere Zeit schreit nach Geld.
Weltlage ungewiss - Wirtschaft geschwächt - Wahnsinn vorhersehbar …
Da freut man sich, mal unbehelligt über Geld nachzudenken …
Da möchte der Mensch gern mal wieder Spaß mit Geld verbinden …
Und auf der Kehrseite wollen Politik, Wirtschaft, speziell Unternehmen alle ihre Ausgaben evaluieren …
Dem Mangel begegnen und den Gürtel enger schnallen …
Dieser Mangel ist Menschen meines Hintergrundes seit langem vertraut. Die Theaterbranche, der ich ursprünglich entstamme, hängt hierzulande an Subventionen die - wenn sie denn je frei flossen - vor Jahrzehnten versiegten. Von Verwaltungsseite spiegelt sich seitdem ein Dialog des Mangels. An Kapital, an Budgets, an Unterstützung. Diese Mangel-Verwaltung hatte katastrophale Auswirkungen auf unser Land der Dichter und Denker …
Ich wünschte diese Fehler wären nicht wiederholbar.
Doch Ähnliches ist jetzt in der Wirtschaft beobachtbar. Geldmangel erzwingt Sparmaßnahmen. - Tatsächlich?- Ich meine, klar:
Es macht – bei all dem Mangel – bestimmt augenscheinlich Sinn, Ausgaben auf echten Nutzen zu überprüfen.
Budgets zu beschränken …
Einsparungen vorzunehmen …
Aber stimmen die Prüfkriterien?
Folgen die angestrebten Ziele ECHTEN Werten?
Ist den beteiligten klar, dass sie mehr prüfen und beurteilen, als pure Wirtschaftlichkeit?
Geld lädt ein zu kognitiver Dissonanz
Natürlich wissen wir, das unsere zukünftigen Möglichkeiten von heutigen Investitionen abhängen.
Aber hält uns das ab, bei der Auswahl dieser Investitionen fehlgeleitet zu sein?
Betrachten wir das durch die Brille der Wahrnehmungsfilter:
Über das Aussehen des Geldes nachzudenken zum Beispiel, lenkt ab von den anderen Aspekten, die wir aktuell damit verbinden.
Darum der Hype im World Wide Web.
DAS ist eine kognitive Dissonanz…
Gewohnheiten einhalten, trotz Schädlichkeit…
Sich ablenken, trotz dringender Aufgaben…
Schweigen offenbaren, trotz innerem Widerspruch…
Entscheidungen treffen, trotz widersprüchlicher Intuition…
Beim komplexen Zusammenwirken von Kapital und Rendite übersehen die Sachorientierten (auf Grund ihrer cognitive Biasses) gerne die menschliche Komponente. Ihre Dissonanz verkündet sparen.
Während die Team-Realisten eher Transparenz, Zusammenhalt und den Blick auf's Ganze vermissen. Ihre Dissonanz äußert sich schweigend.
Aus dieser Sicht ist jede Investition in Werkzeuge, in Digitalsysteme, in Management oder Efizienzkontrolle zweischneidig. Sie wirkt buchhalterisch sicher vernünftig und ausreichend konservativ, im Wortsinne – angesichts einer aufziehenden Krise.
Doch machen wir uns klar:
Für die meisten Betroffenen wirken genau diese Maßnahmen kontraproduktiv.
Aber gibt es eine Investition die tatsächlich taugt, für einen kalkulierbaren Weg aus der Krise?
Der Faktor Mensch braucht mehr Budget
Wenn wir unsere zukünftigen Möglichkeiten gestalten wollen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir andere Menschen brauchen?
Wären integrierte Teams – engagierte Kollegen, die an einem Strang ziehen – nicht die beste Wappnung gegen Krisen?
Was brauchen die Teams der Zukunft?
Zuallererst krisenfeste Voraussetzungen. Das heißt:
-
Menschen mit Know-how.
-
Wissen das sich fortwentwickelt.
-
Durch Mitarbeiter, die auf neue Art zu lernen lernen.
-
Als Kollegen, deren Vorgehensweise explorativ ist und deren Bewusstsein forschend.
-
Mit Prozessen, die formal UND zwischenmenschlich funktionieren.
-
Und einer offenen, vielfältigen Austausch-Kultur.
Wie fänden wir es, wenn das Personal im Unternehmen Spaß an Herausforderungen hat?
Wenn Problematik aus dem Wortschatz gestrichen und durch Potenzial ersetzt würde?
Wenn alle sich gemeinsam entwickeln und mit Begeisterung anpassen?
Wir können hier lange diskutieren, aber …
Entscheidend dafür ist das Mindset, das gedankliche Betriebssystem, welches ein Unternehmen vorgibt.
Hintergrund: Statisches Mindset vs. Dynamisches Mindset
Die Psychologin Carol S. Dweck unterscheidet in ihrer Mindset-Forschung zwei grundlegende
Vorstellungen darüber, wie Menschen ihre eigenen Fähigkeiten betrachten:
ein statisches Mindset („Fixed Mindset“) und ein dynamisches Mindset („Growth Mindset“).
Menschen mit einem statischen Mindset
gehen eher davon aus, dass Fähigkeiten, Begabungen oder Intelligenz weitgehend festgelegt sind.
Man ist beispielsweise „gut in etwas“ oder eben nicht. Fehler oder Misserfolge können dadurch leicht als Beleg für die eigenen Grenzen verstanden werden. Herausforderungen werden eher vermieden, wenn die Gefahr besteht, dabei zu scheitern oder die eigenen Schwächen sichtbar zu machen.
Menschen mit einem dynamischen Mindset
dagegen teeilen die Überzeugung, dass sich Fähigkeiten entwickeln lassen.
Lernen, Übung, geeignete Strategien und der Umgang mit Rückschlägen können dazu beitragen, die eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln.
Fehler sind in dieser Perspektive nicht in erster Linie ein Urteil über die eigene Person, sondern können Hinweise darauf geben, was noch gelernt oder verändert werden kann. Herausforderungen werden deshalb eher als Möglichkeit zur Weiterentwicklung betrachtet.
Dwecks Ansatz beschreibt keine zwei festen Menschentypen
Vielmehr können Menschen je nach Situation und Lebensbereich unterschiedliche Mindsets zeigen.
Die zentrale Frage lautet daher weniger „Was kann ich?“,
sondern eher „Was kann ich noch lernen, wo brauche ich Unterstützung und wie kann ich mich weiterentwickeln?“
Gerade für Lernen, persönliche Entwicklung und Zusammenarbeit ist diese Perspektive interessant:
Sie richtet die Aufmerksamkeit nicht allein auf die Messung vorhandener Fähigkeiten, sondern auf Entwicklungsmöglichkeiten.
Das Growth-Mindset gilt daher in volatilen, komplexen Märkten als Zukunfts-Kompetenz.
Ein AHA, ein Fazit und ein nicht neuer Tipp …
Dass wir uns gerne auch mal ablenken? – Verständlich …
Dass wir beim Denken auch Fehler begehen? – Menschlich …
Aber dass wir noch immer an uns selbst sparen, wenn es eng wird und dafür lieber in Hoffnungen investieren?
Das scheint mir unbegreiflich unvernünftig!
Es mag lustig sein, beim Geld zur Abwechslung mal etwas anderes zu denken. Den Mangel daran beendet das nicht.
Was uns entgeht, wenn wir uns budgetär auf Krisen einschießen, ist …
- … dass sich unsere Haltung mitverändert.
Krise wird - einmal derart manifestiert - zu einer Brille der Alltagsbetrachtung. -
… dass die Perspektive eines Menschen seine Motivation bestimmt.
Damit auch seine Leistung und zugehörige Er-Folge. -
… dass Kapital nur das Mittel ist, um Krise zu bewältigen.
Ziel muss sein, das Unternehmen via Kooperation krisenfest zu machen.
Logisch:
Ich wäre kein Trainer, sagte ich nicht dass Weiterbildung, dass gemeinsames Vorankommen hier unabdingbar sind.
Nichts wird gerade so dringend gebraucht, wie neues Lernen, kreative Ansätze, neue Lösungswege.
Doch bevor jemand in die Invest-Debatte einsteigen und sagen muss: "Was man nicht hat, kann man nicht ausgeben…"
Mir persönlich geht es nicht nur darum, unsere professionelle Weiterbildung ins Bewusstsein zu rücken und deren Budgetierung zu hinterfragen.
Wirtschaftliche Zwänge sind real. Und dass sie Priorisierung und Kalkül erfordern ist mir bewusst.
Aber vergessen wir nicht die Signalwirkung – als eine der obersten Konsequenzen …
Wie die von mir hochgeschätzte Mentorin Vera F. Birkenbihl mal anmerkte, beginnt Gemeinsamkeit nicht mit Investition, sondern mit Intention.
Nicht das Geld macht die Weiterbildung, sondern die Absicht dahinter!
Sie haben derzeit kein Geld zu verschwenden? – TIPP:
Dann geben sie Ihren Leuten ein günstigeres Forum.
Machen Sie weniger… - ABER machen Sie was!
Veranstalten sie eine Lernparty… – Abendkurse… – Einen Samstag mit internen Workshops…
Cracks aus ihren Kreisen, mit verschiedenen Hobbies, könnten ihr Können anbieten: Mit Töpfern, Tanzen, Kochen, …
Und drumherum ein Forum um sich auszutauschen - AUCH über Krise und Kritisches …
Welche Signale das nach innen sendet ist sicher absehbar.
Und nach außen fänden die Unken-Rufer der Weltwirtschaft endlich eine Gegenstimme:
Denn wenn jetzt Krisengeschichten und Horrorszenarien kursieren, im Privatleben der Anderen oder in anderen Firmen,
dann können Ihre Mitarbeiter mit der Nachricht kontern, dass sie sich gerade GEMEINSAM den Herausforderungen stellen.
Vielleicht gemeinsam gestaltend. Vielleicht lachend und tanzend. – In jedem Fall aber mit Zusammenhalt.
👉 Wollen Sie die Stimmung ändern?
Wir auch.
Sprechen wir doch über Möglichkeiten, Ihr Unternehmen voranzubringen.
Jetzt ist die Zeit, Neues auszuprobieren.
👉 Gemeinsam finden wir sicher:
… neue Wege effektiven Lernens.
… neues Wissen für eine neue Zeit.
… neue Motivation für Ihre Mitarbeiter.
Hier sind wir direkt erreichbar. →